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Klosterruine Boitzenburg

Die erste Erwähnung des Klosters „Boyceneburg“ verdanken wir einer Urkunde aus dem Jahre 1271. Mit ihr besiegelten die Markgrafen Johann II., Otto IV. und Conrad dem Kloster die Schenkung der Mühle und 10 Hufen Land. Fast der gesamte Urkundenbestand des Klosters ist heute noch erhalten. Aus ihm lässt sich nicht nur ablesen, wie sich der Klosterbesitz im Laufe der Jahrhunderte veränderte und wer die Zisterzienser-Nonnen mit weiteren Stiftungen und Schenkungen bedachte, sondern auch in welchen Orten die Boitzenburger Nonnen die Patronatsrechte und die Gerichtsbarkeit ausübten. So sind uns auch die Namen aller Äbtissinnen und etlicher weiterer Würdenträger des Klosters bekannt.

Neben den noch heute sichtbaren Resten der Klosterkirche und des Konventshauses gehörte zur Klosteranlage einst auch der Kreuzgang und ein Wirtschaftsgebäude, die den fast quadratischen Friedgarten im Klosterinnern einfassten. Die Zisterzienser spielten bei der Kolonisierung des Ostens durch die Einführung neuer Obstsorten und landwirtschaftlicher Anbaumethoden eine wichtige Rolle. Noch heute trägt der Hang nördlich des Klosters, auf dem die Nonnen vermutlich Wein angebaut haben, die Bezeichnung „Weinberg“. Die zum Klosterbau verwendeten Formsteine (u.a. sichtbar am Zierfries der Kirchennordwand) belegen, dass Bauleute der Choriner Bauhütte Anteil am Baugeschehen hatten, weswegen das Boitzenburger Kloster auch gern als die kleine Schwester des Choriner Mönchsklosters bezeichnet wird. Im Zuge der Reformation inventarisierte Landvoigt Hans von Arnim auf Geheiß seines Kurfürsten am 18. Januar 1536 die Klosterkleinodien. Nach der Einziehung der Klostergüter 1538 erwarb er dann das Kloster und dessen gesamten Besitz, verbunden mit der Verpflichtung, für die letzten noch verbliebenen Nonnen des Klosters zu sorgen. Das Kloster wurde in der Folgezeit zu Wohnzwecken und als Wirtschaftshof genutzt, ehe es 1637 weitgehend zerstört und später lange Zeit als Steinbruch genutzt wurde.

Von den verborgenen Schätzen des Klosters wird in Boitzenburg noch heute in der Sage vom Böttchermeister erzählt. Eine andere Sage dagegen wusste zu berichten, dass die letzte Nonne namens Susanna noch lange Zeit trauernd unter einer Eiche am Kloster sitzend gesehen wurde. Als sie schließlich gestorben war, sei sie zu Füßen dieser Eiche begraben worden, die fortan „Susanneneiche“ genannt worden sein soll. Nun – die letzte Nonne hieß nicht Susanna sondern Katharina und sie musste sich das ihr Zustehende nach dem Tod des Hans von Arnim von dessen Erben einklagen, aber wenn der Richterspruch tatsächlich umgesetzt wurde, dann hatte sie bis an ihr Lebensende ein gutes Auskommen. Gleich welche Geschichten das alte Gemäuer auch noch verbirgt (einiges davon ist in der Dauerausstellung in der Klostermühle zu erfahren), die verbliebenen Reste faszinieren bis heute die Besucher.

Tipp
Beliebt bei Jung und Alt sind die alljährlich am Pfingstmontag zum Mühlentag in der Klosterruine aufgeführten Märchenstücke der Boitzenburger Laienspieltruppe „Die Mühlengeister“.